Ein Dank an die Zeit!

Heute, am 18. Januar des Jahres Jahr 2115 wurde die Zeitkapsel, welche vor 100 Jahren von den Vereinten Nationen verschlossen wurde, von Archäologen sorgfältig geöffnet. Darin fand man Berichte, Zeitungen, eine CD, eine Probe Erdöl und das wichtigste: Die Festnahmeprotokolle, welche den Neustart der Menschheit ermöglichten, die Moral grundlegend veränderten und uns eine Realität schufen ließen, die so mancher Utopist nicht mehr für möglich hielt.

Man muss sich vorstellen, Sie gestatten den Einstieg, doch es wurde am Neujahrstag 2015 zwischen vier und fünf Uhr morgens eine Frau gefunden, welche die Gesellschaft, unsere Gesellschaft, von der Schuld am Vergangenen, Bevorstehenden und Passierenden freisprechen könnte. Man stelle sich die Perspektive vor, die Erbschuld ist getilgt, die Erlösungsfrage somit nicht gestellt und gleichzeitig alle historischen Verantwortungen ad acta gelegt.

Sie vermuten vielleicht bereits um welche motivlose Täterin es geht und doch ist die Verbreitung ihres Namens ein Novum, Mein Damen und Herren, mit Verlaub, die Zeit.

Wer ist also diese Zeit? Ist sie Geld? Ist sie der bessere Arzt? Ist sie physikalisch gesehen die Bewegung im Raum? Ich könnte mich eher mit dem Sprichwort “Die Zeit weilt, eilt und teilt“ arrangieren. Da man die Zeit nun endlich personifizieren kann, ist sie bekanntlich gerade auf dem Weg nach Den Haag um sich vor dem Kriegsverbrechertribunal zu verantworten, ganz entgegen der Vermutungen, sie könnte sich auf Kuba im Camp Guantanamo befinden und sich dort Rechenschafft abzulegen. Die Zeit zeigt sich, dies muss man ihr zugestehen, durchaus geständig, ganz ohne “Waterboarding“, welches von Vertretern einiger Namhaften Parteien und Organisationen ins Gespräch gebracht wurde.  So oder so dürfte die Beweislage erdrückend sein.

Die Auswirkungen des Fundes, oder wie die internationale Fachpresse verlautete: „Father’s Little Dividend“, sind im Moment hauptsächlich in der westlichen Hemisphäre spürbar. Nachdem der europäische Gerichtshof in erster Instanz die Zeit für den Kolonialismus, den Holocaust, die Kreuzzüge und den Genozid an den muslimischen Bosniern verurteilt hat und somit direkt die betroffenen Staaten freigesprochen hat, gibt es erste Maßnahmen die in Aussicht gestellt werden.

In Paris geht man nun gegen Franko– Afrikanische Migranten auf die Straße, da man die Schuld für die Verfolgung und miserable Wirtschaftslage in Algerien und Co nicht mehr bei Frankreich selbst suchen muss. In Großbritannien sammelt die Polizei seit Tagen Inder und Pakistani auf, die nach Asien zurückgebracht werden sollen. Laut Berichten aus dem Vatikan sollen Frau Merkel,  François Hollande und Barack Obama in den nächsten Wochen eingeladen werden um Pläne zu erörtern den Nahen Osten, mit seinen für Europa imminent wichtigen Glaubensstätten, zurückzugewinnen.

Es brechen nun turbulente Zeiten an, twitterte Lutz Bachmann, selbst deklarierter Frontman von Pegida. Das ist durchaus nachvollziehbar, betrachtet man den Zulauf hin zur Organisation. Bachmann selbst spricht von mittlerweile 700.000 Mitgliedern, Tendenz steigend, außerdem wurde er Sonntag in der Dresdner Frauenkirche „ehrengetauft“. Eine zusätzliche Maßnahme die Pegida nun fordert, ist nicht nur das Festhalten am Asylunterbringungsplan im Außenlager des KZ Buchenwald, sondern mehr noch die Nutzung aller erhalten gebliebenen Todeseinrichtungen, da der Errichter dieser Terrorinstitutionen nun sicher hinter Gittern ist, zusätzlich seien die Einrichtungen leicht zu bewachen. Die Pressemitteilung schließt Bachmann mit den Worten: „Toleranz hat Grenzen, Wir sind das Volk.“

Natürlich entspricht dieser Ausblick weder der aktuellen Situation, noch einer wahrscheinlichen Zukunft. Den aggressiven Zellen dieses immer fremdenfeindlicher werdenden Europas und den Schergen der neuen „demokratiehinterfragenden“ Institutionen sei aber mit auf den Weg gegeben, dass ihr provinzielles Denken, ihre staatliche Kleinkrämerei und Ihr Wunsch, Gleiche unter Gleichen zu sein, ein bedenkliches, nein ein gefährliches Potential in sich trägt.

Am Ende will es wieder keiner gewesen sein.

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